Chinderhuus zum Dischtelfink, Binningen (CH)

Der Distelfink, auch Stieglitz genannt, ist ein Singvogel mit rotgelbem Gefieder, der oftmals im Herbst in kleinen Gruppen an Disteln und Sonnenblumen zu beobachten ist, deren Samen er liebt. Der bunte Vogel erwartet Kinder und Besucher bereits – gut sichtbar – aussen am Gebäude und ist ein trillernder Begleiter durch das ganze Haus. Das Chinderhuus zum Dischtelfink existiert seit dem Jahre 2000 und ist eine nach anthroposophischen Richtlinien geführte Tagesstätte für Kinder von sechs Monaten bis ins Schulalter. Das Team besteht sechs ausgebildeten Pädagoginnen, zwei Praktikantinnen und einer Auszubildenden, die insgesamt bis zu 30 Kinder betreuen.

Das grosse, alte, zentral gelegene Haus mit seinen heimeligen Räumen, der grossen Wohnküche und einem Garten mit Baum- und Weidenhaus, Schaukeln und Sandkasten, Beeren- und Kräuterbeeten bietet ein einladendes «Zuhause». Die Kinder werden in einer familienähnlichen Situation betreut: Es wird gebacken und repariert, gepflanzt und geerntet, gewischt und gegraben…

Neben dem Mitschaffen wird grosser Wert auf die schöpferische Eigenaktivität im freien Spiel gelegt. Die Innenräume und der Garten sind so gestaltet, dass sie Gelegenheit für selbstbestimmtes Tätigsein bieten und dem Forscherdrang gerecht werden. Einfaches Spielzeug wie Tücher, Kisten, Bälle, Klötze, Körbe aus natürlichem Material bilden die Grundlage.

Das Chinderhuus ist wochentags von halb acht Uhr morgens bis abends um halb sechs Uhr geöffnet. Mindestbelegzeit sind drei halbe Tage.

Das Jahr wird im Einklang mit dem Jahreskreislauf und den Festeszeiten gestaltet. Regelmässige Rhythmen und viel Wiederholung vermitteln dem Kind Sicherheit und Geborgenheit. Dadurch erlebt es die Welt als vertrauenswürdig und zuverlässig.

Standort
Hauptstrasse 81
Binningen bei Basel (CH)
Baujahr
ca. 1871 (Gesamtumbau und Sanierung 1992)
Architekt
Grundstück
280 m2
Nutzung
Kindertagesstätte
Projektbeginn
2002

Im Zuge einer Vermögensübertragung wurde die Liegenschaft per 1. Januar 2015 in die stiftungseigene Edith Maryon AG überführt.