Grenze, Basel (CH)

Mit dem «unternehmen mitte» und der Genossenschaft Grenze verfügt die Stiftung Edith Maryon über zwei markante Liegenschaften, in denen Arbeiten und Wohnen einhergehen und die beide in Selbstverwaltung funktionieren. Dadurch fördert die Stiftung Edith Maryon die Idee der Umnutzung, die seit Anfang der achtziger Jahre in zahlreichen europäischen Ländern im Gange ist und zahlreiche Gebäude sowohl vor dem Abriss bewahrte, als auch zu einer zukunftsweisenden Verwendung führte.

Das ehemalige Goldzack-Fabrikgebäude hinter dem Bell-Areal an der Elsässerstrasse 248/250, unmittelbar an der St. Louis-Grenze, sozusagen am Tor zu Frankreich, wurde 2000 von Kunstschaffenden bezogen. Später begannen diese, es für ihre Zwecke umzubauen. Anfang 2002 konnte die Genossenschaft «Grenze» das Haus mit Unterstützung der Stiftung Edith Maryon im Baurecht erwerben. Der Stiftung gehört einzig der Boden. Die Genossenschaft ist Hauseigentümerin. Rund 50 in der Genossenschaft Grenze zusammengeschlossene Künstler und Kleingewerbetreibende – darunter ein Steinhauer, Filmschaffende, Performancekünstler, Malerinnen, ein Metallrestaurator, Schuh- bzw. Schäftemacherinnen, Fotografen und eine Rockgruppe – arbeiten in 37 Ateliers, circa zehn Personen leben in den fünf Wohnungen.

Seit März 2005 ist die umfassende Sanierung des ehemaligen Goldzack-Areals abgeschlossen: Die Fassade, die Fenster und auch die Heizung wurden erneuert, die Ateliers wurden von den Künstlern in Eigenregie für die individuellen Bedürfnisse gebaut. Durch diese Massnahmen erstrahlt die Liegenschaft in neuem Glanz, ist besser isoliert und dadurch auch umweltfreundlicher geworden. Die Genossenschaft Grenze verfügt zudem über eine Küche sowie eine Gemeinschafts-Terrasse. Mieterwechsel sind selten, nach wie vor sind Atelierplätze in Basel gesucht und es besteht eine Warteliste von Interessierten.

Standort
Elsässerstrasse 248/250
Basel (CH)
Baujahr
Architekt
Umbau und Sanierung: Alban Rüdisühli, Basel
Grundstück
2172 m2
Nutzung
Wohnhaus und Atelierräume für Kulturschaffende
Projektbeginn
2001

Im Zuge einer Vermögensübertragung wurde die Liegenschaft per 1. Januar 2015 in die stiftungseigene Edith Maryon AG überführt.