Jülicher Strasse, Berlin (D)

Im Frühjahr 2012 verstarb Frau Ilse Haagen und vermachte uns ein bereits von ihrem Vater erworbenes Wohn- und Geschäftshaus im Berliner Stadtteil Wedding (Gesundbrunnen). Das Haus liegt direkt an der Bornholmer Strasse, nahe dem gleichnamigen S-Bahnhof. In einem zuvor mit ihr geführten Interview sprach Frau Haagen über ihr Anliegen und die Motive für ihre Zusammenarbeit mit unserer Stiftung: «Es ist nicht sozial, mit Grundstücken zu spekulieren. Es ist ja heute nicht mehr selbstverständlich, dass man an Prinzipien festhält… Der Stiftung Edith Maryon aber traue ich zu, dass sie ihr Prinzip durchhält, nämlich Grund und Boden auf Dauer aus der Spekulation herauszuhalten. Die Stiftung übernimmt schliesslich viele Liegenschaften, mit denen die anderen nicht mehr fertig werden, und sie hat das Wissen, wie man mit Häusern umgehen muss. Mein Wunsch ist, dass das Haus in einem guten Zustand erhalten bleibt.» Als testamentarische Auflagen hat Frau Haagen verfügt, dass das Haus langfristig von der Stiftung zu halten ist und mindestens 90 Prozent der Erträge in das Grundstück reinvestiert werden. Diesen Verpflichtungen kommen wir nach. Wir möchten das teils leer stehende, fünfgeschossige Gebäude bis Anfang 2016 umfassend sanieren, dabei grösstenteils instandsetzen und zugleich behutsam modernisieren.

Insgesamt investieren wir in das Gebäude knapp 4 Mio. Euro. Aufgrund des enormen Instandhaltungsrückstaus belaufen sich rund zwei Drittel davon auf nicht umlegbare Kosten für Instandsetzung.

Als umlagefähige Modernisierungsmassnahmen geplant und von den Mietern mehrheitlich begrüsst sind der teilweise Austausch von Einfachfenstern, eine Teilwärmedämmung (insbesondere Dach und Keller, gesetzlich vorgeschrieben), der Einbau eines umweltfreundlichen Warmwasser- und Heizungssystems (BHKW) (Ersatz von Kohleöfen und Wasserboilern) inklusive neuen Zu- und Abwasserleitungen, die Erneuerung der Sanitäranlagen, die Neuverlegung und Verstärkung der Elektroleitungen, die Einrichtung eines Fahrradreparaturkellers, eines ebenerdigen Fahrradraums und eines Müllraumes sowie die Neugestaltung des Hofes. In einzelnen Wohnungen werden Grundrissveränderungen vorgenommen (Auflösung schlauchartiger WC). Wir verzichten ausdrücklich auf andernorts übliche, typischerweise kostentreibende Modernisierungsmassnahmen wie bspw. Vollwärmedämmung, Schallschutz, Aufzug, Balkone oder Dachgeschossausbau. Damit sind wir überzeugt, eine sozial und ökologisch nachhaltige, werterhaltende Sanierung und Modernisierung anzustreben. Alle Wohnungen werden als Mietwohnungen erhalten, und die Mieter können im Haus wohnen bleiben. Nach individueller Absprache können Mieter Wohnungen wechseln. Weder das Haus als Ganzes noch einzelne Wohnungen werden verkauft.

Standort
Jülicher Strasse 30 / Bornholmer Strasse 50
13357 / 13359 Berlin-Wedding (D)
Baujahr
ca. 1910
Architekt
Grundstück
1035 m2
Nutzung
4 Gewerbe- und 33 Wohneinheiten
Projektbeginn
2012