Rigaerstrasse, Berlin (D)

Das Gebäude (www.rigaer78.org) besteht aus einem Vorder- und einem Hinterhaus, sowie zwei Seitenflügeln, wovon der eine sich in einem derart maroden Zustand befindet, dass er abgerissen werden muss. Die Gebäude haben eine wechselvolle Geschichte hinter sich, die von Besetzung, Abbruch, Verkauf, Kampf um Erhalt und Kreativität im Umgang mit Lebensraum, ebenso wie von der legendären Russenbar geprägt ist. Ursprünglich war es eines der ersten besetzen Häuser nach der Wende, was es blieb, bis die Stiftung Edith Maryon das Gelände 2008 kaufte. Sie wiederum verkaufte das Gebäude auf der Basis eines Erbbaurechtsvertrages mit einer Dauer auf 99 Jahre an die Rigaer 78 GmbH, die ihrerseits aus zwei Gesellschaftern, dem Hausverein, bestehend aus den Bewohnern, und dem Mietshäuser Syndikat besteht. Dieses tritt als Garant auf, dass das Gebäude nicht weiter veräussert werden kann. Die Rigaer 78 GmbH entrichtet einen Erbbaurechtszins an die Eigentümerin des Bodens. Damit wendet die Stiftung Edith Maryon zum wiederholten Male ein sinnvolles Verfahren an, welches gleichzeitig günstiges Wohnen und die Verunmöglichung von Spekulation garantiert.
Seither hat sich die Bewohnerzahl auf 50 verfünffacht. Die vermieteten Einheiten sind keine Wohnungen sondern Zimmer, in denen gewohnt und gearbeitet wird. Die Gebäude wurden einer umweltschonenden und sanften Renovation unterzogen, wobei auch Räume für soziokulturelle Projekte wie öffentliche Dunkelkammer, Tauschbörse und Begegnungsstätten entstanden sind.

Standort
Rigaerstrasse 78
10247 Berlin (D)
Baujahr
Architekt
Grundstück
1013 m2
Nutzung
Wohnhaus
Projektbeginn
2008