Unternehmen «Mitte», Basel (CH)

Das Gebäude könnte zentraler nicht stehen und trägt seinen Namen zu Recht. Daniel Häni und Thomas Tschopp haben nach einer Reihe urbaner Zwischennutzungen, zu deren Geschichte der Werkraum Schlotterbeck und die Villa Epoque gehören, zusammen mit Georg Hasler das Gebäude ausfindig gemacht und ein Nutzungskonzept entwickelt.
Durch ein grösseres Finanzierungsdarlehen, das dafür zur Verfügung stand, konnte die Stiftung Edith Maryon gewonnen werden, das Haus 1998 von der Credit Suisse zu übernehmen. Die Stiftung vermietet das Gebäude an die Unternehmen Mitte GmbH. Es gibt keinen festen Mietzins, die Miete entspricht den tatsächlich anfallenden Kosten wie Kapitalzinsen, Abschreibungen und Unterhaltskosten. Das unternehmen mitte finanziert das Haus über den Betrieb der Cafés und der Vermietung von Arbeitsplätzen.

In den Jahren hat sich viel verändert. Das Gebäude wurde weitgehend in Eigenregie von Thomas Tschopp durch Work-in-progress-Eingriffe und unter Begleitung des Architekten Rainer Senn, mittlerweile ebenfalls Gesellschafter, sanft renoviert. Die ehemalige Schalterhalle wurde zum Kaffeehaus – das Herzstück des Hauses und mittlerweile Arbeits- und Lebensraum für viele Menschen. Durch den «besten Kaffee nördlich der Alpen» hat sich die Gastronomie einen Namen gemacht. Seine Ausstrahlung erreicht das unternehmen mitte über die unterschiedlichen Projekte und Firmen: die Programmzeitung, die Freie Gemeinschaftsbank und die Gesundheitspraxen, aber auch beispielsweise die Initiative Grundeinkommen und die lokale Tanz- und Musikszene, die dort ein ideales Umfeld hat.

Zum Jahresbeginn 2015 änderte der Sitz der Stiftung Edith Maryon von Arlesheim nach Basel und seit Oktober 2015 hat die Stiftung hier, wie bereits einmal in den 1990er Jahren, wieder ihre Geschäftsstelle (Turmeingang, 2. Obergeschoss).

Standort
Gerbergasse 30
4001 Basel (CH)
Baujahr
1912/13
Architekt
H. Neukomm, Umbau: baubüro in situ,
F. Fasnacht, R. + L. Senn
Grundstück
1008 m2
Nutzung
ca. 4000 m2 BGF für Wohnungen, Büros, Läden,
Café, Restaurant und kulturelle Aktivitäten aller Art
Projektbeginn
1998